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Informationen für Institute und Seminare

Inhalt

 

 

1 Was ist das EPG?

Das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG) ist seit März 2001 obligatorischer Bestandteil aller Lehramtsstudiengänge in Baden-Württemberg. Ziel des EPG ist es, zukünftige Lehrer/innen für wissenschafts- und berufsethische Probleme zu sensibilisieren, ihnen grundlegende ethische Kenntnisse und Argumentationskompetenzen zu vermitteln und ihnen ein nicht-reduktionistisches, ethisch reflektiertes Wissenschaftsverständnis nahe zu bringen.
Das EPG besteht aus zwei Lehrveranstaltungen, die mit benoteten Leistungsnachweisen (Prüfungsleistung) abgeschlossen werden müssen.

 

2 Warum sollen wir EPG-Veranstaltungen anbieten?

 

2.1 Eine formale Antwort

 
Die formale Antwort ist einfach: Weil gemäß der gültigen Prüfungsordnungen (WPO bzw. GymPO I) für das Lehramt an Gymnasien das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG) Pflichtbestandteil aller Studiengänge mit dem Berufsziel Gymnasiallehrer/in ist.
Sollen Studierende daher an der Freiburger Universität die Voraussetzungen für die wissenschaftliche Staatsprüfung in Baden-Württemberg erwerben können, so müssen ihnen die Institute und Seminare ermöglichen, EPG-Veranstaltungen zu besuchen.

 

2.2 Eine inhaltliche Antwort

 

Ziel des EPG ist eine Verbesserung der gymnasialen Schulbildung. Zur schulischen Bildung gehört nicht nur die Vermittlung von Faktenwissen und instrumentell verwendbarem Verfügungswissen, sondern auch die Vermittlung von praktischem Orientierungswissen. Plakativ formuliert: Die Wissenschaftler/innen von morgen sollen nicht nur fähig sein, Wissenschaft und Technik des 21. Jahrhunderts weiter voranzutreiben – sie sollen auch bewerten können, was es heißt, einen vernünftigen, verantwortungsvollen Gebrauch davon zu machen.
Das EPG als Bestandteil der Lehrer/innenausbildung soll hierzu folgenden Beitrag leisten: Zum einen sollen die Studierenden in Grundbegriffe, Probleme und Methoden der allgemeinen und angewandten Ethik einführt werden. Zum anderen soll das EPG ihnen ein nicht-reduktionistisches, selbstkritisches und ethisch reflektiertes Wissenschafts- und Pädagogikverständnis vermitteln. Zukünftige Lehrerinnen und Lehrer sollen dadurch in ihrer Fähigkeit gefördert werden, moralische Aspekte der Fachwissenschaften und auch ihrer eigenen pädagogischen Praxis wahrzunehmen und sie auf eine nachvollziehbare, methodisch ausgewiesene Weise zu erschließen und ethisch zu reflektieren.
Zweifellos wird das EPG künftige Lehrerinnen und Lehrer nicht zu "Ethik-Experten" ausbilden können. Dies ist aber auch nicht das Ziel. Möglich und sinnvoll scheint es dagegen, ethische Grundlagenkenntnisse zu vermitteln, die Fähigkeit zu ethischer Argumentation zu stärken und die Sensibilität für moralische Probleme zu erhöhen.

 

3 Was zeichnet die EPG-Veranstaltungen inhaltlich aus?


Das EPG besteht aus zwei Veranstaltungen,  die hier "EPG 1-Veranstaltung" und "EPG 2-Veranstaltung" genannt werden. EPG 1-Veranstaltungen sollten nach Möglichkeit vor dem Praxissemester, EPG 2-Veranstaltungen nach der Praxisphase angeboten werden.
Lehramtsstudierende müssen jeweils eine EPG 1- und eine EPG 2-Veranstaltung besucht und bestanden haben, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Es wird dringend empfohlen, eine EPG 2-Veranstaltung nach Abschluss einer EPG 1-Veranstaltung zu besuchen.

 

3.1 EPG 1-Veranstaltungen

 

EPG 1-Veranstaltungen sind interdisziplinär ausgerichtete Lehrveranstaltungen zu philosophisch-ethischen Grundlagenfragen. Sie sollen in Grundbegriffe und grundlegende Probleme der Ethik einführen, ethische Dimensionen von Forschung und Wissenschaft verdeutlichen und Kompetenzen zur Erschließung, methodischen Reflexion und Diskussion ethischer Probleme vermitteln. Dadurch legen sie die Basis zum Verständnis von Fragestellungen und Methoden der angewandten Ethik bzw. der Bereichsethiken.
Anlage C der WPO (Anlage D der GymPO I) benennt als beispielhafte Lehrinhalte von EPG 1-Veranstaltungen:
  • Wissenschaftstheoretisches Selbstverständnis der jeweiligen Fächer im Gesamtgefüge der wissenschaftlichen Disziplinen;
  • Ethische Dimensionen von Wissenschaft und Forschung;
  • Grundlegende begriffliche Unterscheidungen der Ethik;
  • Bedeutende Theorien der Ethik.
     
Die Studierenden müssen daraufhin folgenden Anforderungen genügen können: Erwartet wird:  
  • Kenntnis ethisch-philosophischer Grundfragen;
  • Fähigkeit zur exemplarischen Bearbeitung ethischer und interdisziplinärer Fragestellungen und sich daraus ergebendes Verständnis der angewandten Ethik bzw. Bereichsethiken.

 

3.2 EPG 2-Veranstaltungen

 

EPG 2-Veranstaltungen befassen sich mit fach- und/oder berufsethischen Fragen. Sie behandeln ethische Dimensionen und Probleme eines Fachs oder mehrerer Fächer (bzw. Fachgruppen) im Kontext der jeweiligen Bereichsethiken, thematisieren Ansätze und Methoden der interdisziplinären Bereichsethiken (also beispielsweise Bioethik, Technikethik etc.) und reflektieren auf berufsethische Fragen, die sich aus der Rolle der Pädagogin bzw. des Pädagogen ergeben.
Anlage C der WPO (Anlage D der GymPO I) benennt als beispielhafte Lehrinhalte der EPG 2-Veranstaltungen:
  • Ethische Dimensionen und Fragen des jeweiligen Fachs im Kontext der Bereichsethiken;
  • Grundlegende Ansätze und Methoden einer interdisziplinären angewandten Ethik;
  • Berufsethische Fragen;
  • Gesellschaftliche Bedeutung des jeweiligen Fachs.
     
Die Studierenden müssen daraufhin nach folgender Anforderung genügen können: Erwartet wird:
  • Argumentations- und Urteilsfähigkeit in Bezug auf exemplarische ethische Aspekte in den Fächern und Kompetenz zur Bearbeitung berufsethischer Fragestellungen.

Bei der Interpretation dieser Vorgaben für EPG-Veranstaltungen müssen die vorgeschlagenen Lehrinhalte und Anforderungen immer im Gesamtzusammenhang gesehen werden. Rein wissenschaftstheoretische Veranstaltungen ohne Bezug zu ethisch-praktischen Fragen sind definitiv nicht geeignet für das EPG. Nicht geeignet sind auch Veranstaltungen zu Spezialthemen, theoretisch voraussetzungsvolle Veranstaltungen oder Veranstaltungen zu rein historischen Themen der Ethik ohne Relevanz für aktuelle Probleme. Die Veranstaltungen müssen möglichst so angelegt sein, dass Studierende aller Fächer sie mit Gewinn besuchen können. Letzteres gilt deshalb, weil die Studierenden selbst entscheiden können, in welchem Fach sie EPG-Veranstaltungen belegen wollen. (Zu der Frage, ob Studierende EPG-Veranstaltungen in einem ihrer jeweiligen Fächer belegen sollen, siehe S. xx)

 

4 Ist das EPG auch für Ethiklehrer/innen verpflichtend?

Ja, das EPG ist Pflichtbestandteil aller universitären Studiengänge mit dem Staatsexamensabschluss für das Lehramt an Gymnasien

 

5 Wie werden Leistungen im EPG benotet?

 

Für Studierende nach WPO werden EPG-Studienleistungen in Form eines eigenen Scheinformulars nachgewiesen. Den Formularvordruck für den EPG-Schein stellt die EPG-Arbeitsstelle zur Verfügung. Es werden Noten von eins bis sechs vergeben. Das Bestehen der EPG-Lehrveranstaltungen ist zum einen Zulassungsvoraussetzung für die Staatsexamensprüfung. Zum anderen gehen die Noten der beiden EPG-Scheine in die Staatsexamensnote ein. Sie werden vom Prüfungsamt im Verhältnis 1:1 zur Endnote des EPG zusammengefasst, die dann 4% der Staatsexamensendnote ausmacht (vgl. WPO § 16, Abs. 9 und Anlage C, Abs. 3).
Studierende nach GymPO I erbringen im EPG Prüfungsleistungen. Gemäß der Prüfungsordnung der Universität Freiburg werden diese immer in schriftlicher Form erbracht. Die Studierenden melden sich zu Beginn des Semesters (etwa in der vierten Semesterwoche) verbindlich zur Prüfung an. Dies gilt auch für Blockseminare, d.h. zeitlich entkoppelt vom Veranstaltungsbeginn.
Eine Auflistung der nach GymPO I angemeldeten Studierenden erhalten Sie, via EPG-Stelle, vom Prüfungsamt der GeKo. Diese Liste füllen Sie bitte nach dem Semester aus und schicken sie im angegebenen Zeitraum an die EPG-Arbeitsstelle zurück (EPG-Arbeitsstelle, Bismarckallee 22, Universität Freiburg, 79085 Freiburg). Für den Fall, dass eine Prüfung nicht bestanden wurde oder eine begründete Abmeldung von der Prüfung vorliegt, finden Sie im Anschreiben die Termine, bis zu denen eine Wiederholungsprüfung anzuberaumen ist.
Studierende nach GymPO I erhalten keine Scheine. Für sie sind ihre Noten online in ihrem ‚Transcript of records‘ einzusehen.
Die Notengebung erfolgt für Studierende nach WPO in halben Notenschritten, für die Studierenden nach GymPO I in Drittelschritten:
 
1,0 1,3                      sehr gut
1,7 2,0 2,3                gut
2,7 3,0 3,3                befriedigend
3,7 4,0                      ausreichend
5,0                            nicht ausreichend

 

6 Wer soll welche EPG-Veranstaltung anbieten?

 

Gemäß Anlage C der Wissenschaftlichen Prüfungsordnung (Anlage D der GymPO I) soll das EPG von den im Bereich Ethik forschenden Einrichtungen in Kooperation mit den Fachwissenschaften angeboten werden. Was die EPG 1-Veranstaltungen betrifft, so scheinen Philosophie, Theologie und eventuell Wissenschaftliche Politik besonders geeignet, entsprechende Veranstaltungen anzubieten. Geeignete Lehrangebote der übrigen Institute und Seminare sind willkommen.
Die EPG 2-Veranstaltungen sollen, da sie der fach- bzw. berufsethischen Vertiefung dienen, möglichst auch von den übrigen Instituten und Seminaren angeboten werden – eventuell in interdisziplinärer Kooperation untereinander und nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit Philosophie, Theologie oder der EPG-Arbeitsstelle. Die EPG-Koordinatoren bieten ausdrücklich ihre Mitwirkung an. Selbstverständlich können sich bei Interesse auch Institute und Seminare beteiligen, die nicht mit der Lehramtsausbildung befasst sind (Z.B. EPG-taugliche medizinethische Lehrveranstaltungen, sofern sie zur exemplarischen Einführung in wissenschaftsethische Fragen geeignet sind). Die EPG-Koordinatoren der Universität helfen gern bei der Herstellung von Kontakten. Generell ist es – gemäß der Leitidee der Ethik in den Wissenschaften – wünschenswert, die notwendigen wissenschaftsethischen Lehr- und Forschungskompetenzen auch innerhalb der Fachwissenschaften aufzubauen.
Um ein dauerhaft ein umfängliches Programm anzubieten, verfügen wir über Mittel für Lehraufträge, um die man sich bei der EPG-Stelle mit einem schriftlich eingereichten Konzept bewerben kann (siehe xx).

 

7 Können EPG-Veranstaltungen zugleich als Fachveranstaltungen angeboten werden?

 

Selbstverständlich können Lehrveranstaltungen, die als EPG-Veranstaltungen ausgewiesen sind und die entsprechenden inhaltlichen Kriterien erfüllen, nach Maßgabe der zuständigen Fakultät auch als Fachveranstaltung angeboten werden. Es ist jedoch ausdrücklich nicht möglich, Leistungsnachweise, die im Rahmen gewöhnlicher Fachveranstaltungen erworben wurden - Veranstaltungen, die nicht explizit als EPG-Veranstaltungen ausgewiesen waren -, zusätzlich oder exklusiv als EPG-Leistungsnachweise anzurechnen.
Den Instituten und Seminaren sind folgende Möglichkeiten freigestellt: Sie können eine EPG-Veranstaltung nach eigener Entscheidung entweder nur als eine EPG-Veranstaltung anbieten, in der gar kein fachwissenschaftlicher Leistungsnachweis erworben werden kann oder als EPG-Veranstaltung und zugleich als Fachveranstaltung anbieten, dergestalt, dass die Studierenden entscheiden müssen, ob sie einen EPG-Leistungsnachweis oder eine Prüfungsleistung im Fach erwerben wollen, aber jeweils nur eines von beidem erwerben können.
Gemäß WPO ist es möglich, eine EPG-Veranstaltung als EPG-Veranstaltung und als Fachveranstaltung anbieten, den Studierenden aber freistellen, ob sie nur einen Fachschein, nur einen EPG-Schein, oder beides erwerben wollen, wobei in letzterem Falle zwei gesonderte Studienleistungen erbracht werden müssen (z.B.: EPG-Klausur und fachwissenschaftliche Hausarbeit). Diese Regelung wird als Doppelverwertung bezeichnet. Die EPG-Qualitätskommission hat in im Sommersemester 2010 aus Gründen der Prüfungsgerechtigkeit dafür votiert, dass grundsätzlich für alle Studierenden keine Doppelverwertung mehr zugelassen werden soll.

 

8 Geht das EPG nicht auf Kosten der fachlichen Ausbildung?

 

Die Einführung des EPG muss nicht auf Kosten der fachlichen Ausbildung gehen. Die Beschäftigung mit Fragen der Fach- und Berufsethik kann auch als eine Chance zur Klärung und Vertiefung des fachwissenschaftlichen Selbstverständnisses, zur Besinnung auf die wesentlichen Zielsetzungen der jeweiligen Fachwissenschaft und der fachlichen Ausbildung, verstanden werden. Eine der Leitideen des EPG liegt darin, dass Ethik gerade nicht als etwas den Fachwissenschaften Äußerliches verstanden werden darf, sondern vielmehr integraler Bestandteil der Wissenschaftspraxis selbst ist. Wenn das EPG als eine Art Zusatzstudium neben der Fachausbildung verstanden würde, hätte es seinen Sinn verfehlt. Vielmehr geht es darum, die ethischen Implikationen und Probleme der jeweiligen Fachwissenschaften selbst sichtbar und diskutierbar zu machen. Eine Befragung unter allen EPG-Dozierenden in Baden-Württemberg im Wintersemester 03/04 ergab, dass eine große Mehrzahl unter ihnen erstens die Eröffnung interdisziplärer Perspektiven, zweitens den Raum für aktuelle und konkrete Fragestellungen und drittens die Anregung für eigene aktuelle Forschung als Bereicherung empfand. Was dies jeweils bedeuten kann, ist in den einzelnen Fächern natürlich verschieden.
In den Literaturwissenschaften könnte es beispielsweise heißen, die moralischen Fragen, die in literarischen Werken aufgeworfen werden, in den Blick zu nehmen; es könnte aber auch bedeuten, die ethischen Implikationen von Verstehen und Verständigung (und damit auch von Textinterpretation) zu reflektieren und/oder das Verhältnis von Ethik und Ästhetik oder die politisch-moralische Verantwortung Intellektueller (Schriftsteller/innen, Literaturwissenschaftler/innen) zum Gegenstand zu machen. Dies sind natürlich nur Beispiele, die sich vielfach vermehren ließen.
In den Geschichtswissenschaften könnte es bedeuten, die ethischen Aspekte der Methodendiskussion zu bedenken, in die Diskussion über Erkenntnisinteressen einzuführen oder den Historikerstreit als Beispiel eines politisch-ethischen Selbstverständigungsdiskurses zu thematisieren. In Politikwissenschaften und Soziologie sind viele Veranstaltungen ohnehin mit ethischen Fragen befasst, die sowohl die jeweils thematisierten 'Gegenstände' als auch die Methodiken betreffen; man denke nur an den Werturteils- und Positivismusstreit in der Soziologie, viele Themen der politischen Philosophie, Fragen der politischen und sozialen Gerechtigkeit, des Geschlechterverhältnisses, der Nord-Süd-Problematik, der Friedens- und Konfliktforschung etc.
In den Naturwissenschaften bietet die Einführung des EPG die Chance, den Anwendungsbezug der Naturwissenschaften auch ethisch zu reflektieren. Angesichts der Tatsache, dass der Abstand zwischen wissenschaftlicher Grundlagenforschung und der technischen Umsetzung der Forschungsergebnisse immer geringer wird – und dass eine größere Anwendungsnähe der Forschung auch beständig gefordert und gefördert wird – scheint es nur konsequent, auch die ethischen Aspekte der Anwendung von Forschungsergebnissen schon möglichst frühzeitig zu bedenken und entsprechende Reflexionskompetenzen in den Naturwissenschaften selbst zu verankern. Zudem ist auch in den Naturwissenschaften die Auseinandersetzung mit methodischen, wissenschaftstheoretischen und wissenschaftsgeschichtlichen Fragen vielfach geeignet, fach- und berufsethische Probleme in den Blick zu nehmen.

 

9 Wie können wir qualifizierte EPG-Angebote gewährleisten?

 

Einige Einrichtungen können inhaltlich geeignete Veranstaltungen ohne größere Probleme anbieten. In anderen Fällen scheint es nötig, entsprechende Kapazitäten erst zu schaffen – etwa durch die inhaltliche Weiterbildung von Dozentinnen und Dozenten – und/oder durch Lehrbeauftragte zu decken. Möglich und auch in inhaltlicher Hinsicht wünschenswert, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachwissenschaften. Die EPG-Koordinatoren bemühen sich gern um die Vermittlung von Kontakten, geben Hinweise auf geeignete Literatur und stehen auch selbst für die Mitwirkung an Lehrveranstaltungen zur Verfügung.

Von der EPG-Stelle werden regelmäßige Dozierendentreffen veranstaltet, die der Information und dem Austausch unter den EPG-Dozierenden und auch der Weiterbildung dienen. Inhaltliche Vorschläge und Anregungen nehmen die EPG-Koordinatoren gern auf.

 

10 Wie melden wir EPG-Veranstaltungen an?

Wenn Sie eine Lehrveranstaltung im Rahmen des EPG anbieten wollen, wenden Sie sich bitte möglichst frühzeitig an die EPG-Arbeitsstelle (info@epg.uni-freiburg.de). Sie erhalten dann per e-mail ein Formblatt, dass Sie bitte bis zu einer vorgegebenen Deadline, i.d.R. ist dies dieselbe wie für das allgemeine Vorlesungsverzeichnis, ausgefüllt an die EPG-Stelle zurücksenden. Wenn Sie bereits Veranstaltungen im EPG-Lehrprogramm durchgeführt haben, erlauben wir uns, Ihre Adresse in eine mailing-Liste aufzunehmen, und Sie jeweils vier Wochen vor Ablauf der Eingabefrist per e-mail um einen Vorschlag zu bitten, verbunden mit allen nötigen Informationen zum Prozedere.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine bestimmte Veranstaltung für das EPG-Lehrprogramm geeignet ist, wenden Sie sich bitte ebenfalls an die EPG-Arbeitsstelle. Die Arbeitsstelle sammelt alle Vorschläge für Lehrveranstaltungen, sucht gegebenenfalls das Gespräch mit den Dozierenden und leitet die resultierende Vorschlagsliste nach Abstimmung mit der EPG-Qualitätskommission an die Freiburger Außenstelle des Landeslehrerprüfungsamtes weiter. Nach erfolgter Abstimmung mit der EPG-Arbeitsstelle sollten Sie die Veranstaltungen dann im elektronischen Vorlesungsverzeichnis LSF „für den Import freigeben“. Die Gesamtliste der EPG-Veranstaltungen aus allen Fächern wird dann zusätzlich in einer gesonderten Rubrik im allgemeinen Vorlesungsverzeichnis veröffentlicht. Schließlich werden die EPG-Veranstaltungen auch noch einmal von der EPG-Arbeitsstelle in Form eines kommentierten EPG-Gesamtverzeichnisses veröffentlicht. Bitte informieren Sie die Arbeitsstelle deshalb jederzeit über Änderungen, so dass dieses Verzeichnis aktuell gehalten werden kann!

 

11 Wie beantragen wir Mittel für EPG-Lehraufträge?

 

Wenn Sie Mittel für einen EPG-Lehrauftrag beantragen wollen, dann bitten wir Sie, dies auf dem Formblatt für die Eingabe eines Veranstaltungsvorschlags anzugeben. Dozierende, die sich erstmals um einen bezahlten Lehrauftrag bewerben, bitten wir, uns mit dem Veranstaltungskonzept ein Curriculum Vitae zukommen zu lassen.

12 Welche Form sollten EPG-Veranstaltungen haben?

 

Aus inhaltlichen Gründen scheint es sinnvoll, EPG 1-Veranstaltungen als Proseminare oder Vorlesungen mit Textarbeit (und Qualifikation über Hausarbeiten oder Klausuren), EPG 2-Veranstaltungen als (Pro- oder Haupt-)Seminare durchzuführen. Generell ist zu beachten, dass EPG-Leistungsnachweise benotet sein müssen. Als Mindestanforderungen gelten ein Referat plus Hausarbeit oder eine Klausur. Möglich ist auch der Leistungsnachweis durch regelmäßig zu erstellende Reflexionen (Lernprotokolle, Lerntagebuch, Essays) oder Projektarbeiten.
Studierende nach GymPO I erwerben in EPG-Veranstaltungen jeweils 6 ECTS Bei zweistündigen Veranstaltungen biete sich die folgende Verteilung der ECTS-Punkte an:
 
Veranstaltung mit 2 SWS
ECTS
Präsenszeit
1
Vor- und Nachbereitung (z.B. Hausaufgabe / Lektüre im Seminar und dessen Nachbereitung), veranstaltungsbegleitende Leistungen, wie z.B. Referat, Protokoll, Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe etc., veranstaltungsbegleitendes Tutorat etc.
2
Prüfungsleitung: Klausur, Hausarbeit, Lerntagebuch, Essays (Arbeitszeit 2,5 Wochen)
3

Gut geeignete EPG-Veranstaltungen sind daher Seminare, Vorlesungen mit Übung  oder Tutorat,  sowie Übungen in denen der Erwerb von 6 ECTS vorgesehen ist. Nicht geeignet sind zweistündige Vorlesungen, Für vierstündige Vorlesungen verändert sich die Verteilung der Workload  entsprechend.
Wenn EPG-Seminare als Blockveranstaltungen stattfinden, wird empfohlen, die Zahl der Teilnehmenden auf 25 zu begrenzen.

 

13 Müssen die Studierenden die EPG-Veranstaltungen in einem ihrer jeweiligen Fächer absolvieren?

 
EPG 2-Veranstaltungen sollten inhaltlich in einem sinnvollen Zusammenhang mit der gewählten Fächerkombination stehen. Es steht den Studierenden aber frei, EPG-Lehrveranstaltungen auch außerhalb ihrer Fächerkombination zu besuchen. Nur müssen sie darauf achten, beide Typen von EPG-Veranstaltungen (EPG 1 und EPG 2) zu absolvieren.

 

14 Wann sollen wir EPG-Veranstaltungen anbieten?

Es wird empfohlen, EPG 1-Veranstaltungen im vor und EPG 2-Veranstaltungen nach dem Praxissemester anzubieten. Der Erwerb eines EPG 1-Leistungsnachweises ist aber keine Voraussetzung für die Zulassung zur Zwischenprüfung. Die erfolgreiche Teilnahme an einer EPG 1-Veranstaltung wird für die Teilnahme an einer EPG 2-Veranstaltung dringend empfohlen.
Die straffen Zeitvorgaben der modularisierten Lehramtsstudiengänge führen insbesondere für Studierende der Naturwissenschaften zu der Notwendigkeit in der zweiten Hälfte des Wintersemesters ECTS Punkte aus den Bereichen Didaktik, Pädagogik, MPK und EPG zu erwerben. Es sollten in jeden Wintersemester ausreichend viele (Teil-) geblockte EPG-Veranstaltungen angeboten werden, um diesem Erfordernis nachzukommen. Darauf bitten wir insbesondere zu achten, wenn ein bezahlter Lehrauftrag beantragt wird.

 

15 Gibt es eine Evaluation der EPG-Veranstaltungen?

Alle EPG-Veranstaltungen wurden von der EPG-Stelle evaluiert und ihre Auslastung sowie die Verteilung der Studierenden gemäß ihrer Studienfächer statistisch nachvollzogen. Die Ergebnisse von Evaluation und Statistik wurden der Qualitätskommission in anonymisierter Form vorgestellt. Aufgrund personeller Engpässe kann dies seit dem Sommer 09 zu unserem Bedauern nicht länger aufrechterhalten werden.

 

16 Ist Wissenschaft nicht „wertfrei“?

 

Wissenschaft steht zwar insofern unter dem Postulat der Wertfreiheit, als sie nicht an unhinterfragte weltanschauliche Voraussetzungen gebunden werden darf und als die Gültigkeit ihrer Ergebnisse – jedenfalls ihrem Anspruch nach – von weltanschaulichen Wertsetzungen unabhängig ist. Gleichwohl ist wissenschaftliche Praxis nicht ethisch indifferent:
  • Erstens sind wissenschaftliche Forschung und Lehre abhängig von der Zuteilung sozialer Ressourcen; Fragen der Ressourcenverteilung sind stets ethisch relevant.
  • Zweitens sind für die Wahl von Forschungsprogrammen stets bestimmte, mehr oder weniger klar explizierte Erkenntnisinteressen maßgeblich – in Zeiten, in denen eine stärkere Anwendungsorientierung der öffentlich finanzierten Forschung gefordert wird, ist dies besonders evident.
  • Drittens haben diejenigen Wissenschaften, deren Forschungsgegenstände selbst bereits intern von moralischen Überzeugungen mitgeprägt sind – also die Literatur-, Geschichts-, Sozial- und Politikwissenschaften – immer auch eine Teilnehmerrolle im ethischen Selbstverständigungsdiskurs der Gesellschaft; sie können sich nie gänzlich außerhalb dieses Diskurses stellen. Das Neutralitätspostulat schwächt sich in diesen Wissenschaften daher zu der Forderung ab, die eigenen normativen Vorannahmen möglichst zu reflektieren und offen zu legen.
  • Viertens ist ein funktionierender Wissenschaftsbetrieb auch intern von der Einhaltung wissenschaftsethischer Standards abhängig – man denke an Wahrhaftigkeit und wissenschaftliche Redlichkeit.
  • Fünftens werfen bestimmte wissenschaftliche Praxen selbst unmittelbar forschungsethische Probleme auf – man denke an Tier- und Humanexperimente in Biologie, Psychologie oder Medizin, Fragen des Daten-, Umwelt- und Arbeitsschutzes etc.
  • Sechstens haben Forschungsergebnisse vielfältige direkte und indirekte Konsequenzen ökonomischer, sozialer, politischer oder ökologischer Natur. Soweit solche Konsequenzen prognostizierbar sind, ist es nur vernünftig, sie möglichst frühzeitig in Rechnung zu stellen und einer ethischen Bewertung zu unterziehen.

 

 

17 Ist Ethik überhaupt als Wissenschaft möglich?

 

Inwieweit wissenschaftlich begründete Antworten auf moralische Fragen überhaupt möglich sind, ist von Anbeginn selbst eine Streitfrage der Ethik gewesen. Kognitivisten halten eine rationale und allgemein gültige Entscheidung moralischer Fragen für möglich, während dies für Nonkognitivisten und Skeptiker an der mangelnden rationalen Begründbarkeit moralischer Prinzipien scheitert. Allerdings sind auch die Nonkognitivisten gehalten, ihre Position argumentativ zu begründen (oder aber sie zu revidieren), zumal sie letztlich nicht der alltäglichen Überzeugung über den Gehalt moralischer Diskurse entspricht. Auch wenn einzelne moralische Überzeugungen unterschiedlich gut begründet sein mögen – unsere moralischen Alltagsdiskurse sind grundsätzlich von der Überzeugung geprägt, dass die Unterscheidung zwischen dem moralisch Richtigen und dem moralisch Falschen nicht eine bloße Frage des Geschmacks oder der persönlichen Präferenzen ist.
Als Einführung in die Grundlagen der Ethik soll das EPG Lehramtsstudierende auch in die Lage versetzen, die Kontroverse zwischen Kognitivismus und Nonkognitivismus nachzuvollziehen und sich selbst ein qualifiziertes Urteil zu dieser Debatte zu bilden.

 

18 An wen können wir uns mit weiteren Fragen wenden?

 

Mit allen das EPG betreffenden Fragen, Vorschlägen, Informationen, Bemerkungen, Beratungs- oder Kooperationswünschen wenden Sie sich bitte an die Arbeits- und Koordinationsstelle für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium.
 
Die Anschrift lautet:
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium
Universitätsstraße 9
D – 79098 Freiburg
Tel.: ++49 -761-203-9253 oder -9248
 
 
 Aktuelle Informationen rund um das EPG finden Sie jederzeit unter

 

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